Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Faenø

Dez• 14•16

Am nächsten Morgen herrscht eine herrliche Segelbrise. Blauer Himmel und Sonnenschein. Was braucht man mehr für einen schönen … Wandertag? Aber vorher müssen wir noch einpaar Fotos für die Pressefrau des Verlags machen.

Spinnennetz auf Faenø

Unsere emsigen … ähm … Freunde

Mirabellen und Himbeeren. Löwenzahn und Knoblauchrauke. Essbare Früchte, Beeren und Kräuter überall. Lieblicher Wald, der uns Wanderern kühlen Schatten spendet, und wilde Wiesen. Wir finden manchen Zwischensnack. Auf ganz  Faenø spürt man, dass die Natur hier gehegt und gepflegt wird, mit Liebe, aber ohne zu übertreiben… In der Mitte der Insel liegt ein großes Anwesen, das an Bauhaus erinnert. Eine lange geschwungene Auffahrt. Ein Innenhof. Ima schaut neugierig durch die Fenster.
„Ima!“
„Was denn? Hier ist doch keiner. Guck mal!“ Ich riskiere auch einen Blick. Bilder an den Wänden. Erinnert an ein Museum.

Auf Faenø

Auf Faenø

Auf dem Rückweg kommen wir mit der Mutter des Rangers ins Gespräch, der auch die Fähre bedient. Sie besucht ihren Sohn. Man könne den bauhausartigen Gebäudekomplex in der Mitte der Insel für Events mieten.

Als wir am späten Nachmittag zum Boot zurückkehren, ist niemand traurig, den schönen Segelwind (der den ganzen Tag durchgehalten hat) nur zur Abkühlung in der sommerlichen Hitze genutzt zu haben. In der Nähe ankern inzwischen viele Yachten. Gerade kommt ein Einhandsegler. Fährt lotend an Néfertiti vorbei. Stoppt auf und schätzt die Entfernung zu Néfertiti ab. Bisschen nah. das denkt er wohl auch: Gibt wieder Gas. Hundertfünfzig Meter weiter geht er dann routiniert vor Anker. Kurz eindampfen. Motor aus. Anscheinend ist die Schönheit der Insel bekannt. Umso erstaunlicher, dass wir kein Fitzelchen Müll gefunden haben.

Auf Faenø

Auf Faenø

Abends feiern wir den Tag mit einem Candlelight – Dinner. Inzwischen ist der Wind eingeschlafen. Wir sitzen nach dem Mahl noch mit einem Glas Wein im Cockpit und lassen den Tag ausklingen. Ein spätes Boot kommt an, schleicht an uns vorbei und ankert ungefähr an der Stelle an der der Einhandsegler nicht ankern wollte. Für meinen Geschmack viel zu nah an Néfertiti. Anscheinend haben sie es selbst gemerkt. Sie holen den Anker wieder ein. Kurven durch das Feld der Ankerlieger. Ankern noch einmal, am gleichen Platz. Ich rufe hinüber:
„Don’t you think that is too close?“ Der Mann guckt in meine Richtung. Ich rufe noch einmal:
„That might be too close! If a wind rises.“

Yacht sucht Ankerplatz

Yacht sucht Ankerplatz

Die Dänen beschließen mich zu ignorieren und starren angestrengt weg. Wer zuletzt ankert ist verantwortlich. Wenn die beiden Boote aneinanderstoßen sollten, wird Néfertiti bestimmt nicht den Kürzeren ziehen… Es dauert noch zehn Minuten in denen sie die Ankerkette mal dichter holen und dann wieder auslassen. Kein gutes Zeichen… Ankeranfänger. Für alle Fälle schieße ich ein paar Fotos. Dann verschwinden die Dänen unter Deck. Ich beobachte das Geschehen. Alle Boote liegen parallel im leichten Strom. Wenn Wind aus der entgegengesetzten Richtung aufkommt, werden die Boote anfangen gegeneinander zu schwoien… Für alle Fälle hänge ich auf die gefährdete Seite Néfertitis ein paar Fender.

Schließlich ist das Licht aus. Plötzlich höre ich im Dunkeln Imas Stimme:
„Klaus, bist du noch wach?“
„Ja.“
„Ich muss dir etwas wichtiges sagen!“ Ihre Stimme ist ernst. Beinahe frostig.
„Okay… Was ist denn?“

„Das kann ich dir nur ins Ohr sagen.“ Ich schäle mich aus den Decken und stehe auf, beuge mich zu ihr hinunter. Sie umarmt mich und flüstert dann mit samtweicher Stimme und kaum hörbar in mein Ohr:
„Ich liebe dich.“ Ich gebe ihr einen Kuss und sie stöhnt vor Schmerzen auf, weil ich versehentlich an ihren Arm gekommen bin…

♦♦♦

Dieser Blog Eintrag spielt am 20.7.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.