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Segeln als Digitale Nomaden

Starkwind nach Aarhus

Jan• 10•17

Als wir wieder unter Segeln sind, halten wir erst einmal im rechten Winkel von der Küste ab, um nicht versehentlich doch noch das Riff zu finden, das nördlich von uns lauert. Bis zur 6 m Linie, dann können wir problemlos nach Norden drehen auf die Untiefentonne zu. Mein Blick folgt der Ahoi Marie. Aber ich sehe in weiter Ferne zwei Segel, die es sein könnten… In Gedanken wünsche ich beiden Booten eine gute Fahrt. Und da ich schon mal dabei bin, auch allen anderen, die irgendwo auf der Welt unterwegs sind.

SY Néfertiti: Segeln im Starkwind nach Aarhus

Starkwindsegeln nach Aarhus

Wir erreichen die 6 m Linie und halsen auf den abgesetzten Kurs. Da ist auch schon die nächste Tonne voraus. Klappt ja prima. Hinter der Tonne luven wir an. Halber Wind nach Aarhus. Néfertitis Lieblingskurs. Der Seegang hält sich erst einmal auch in Grenzen. Aber der Himmel hat sich mit hochgetürmten Wolken bezogen. Ich mache den Leuchtturm Sletterhage aus. Ima übernimmt das Ruder und ich greife den Peilkompass, um zwei Peilungen zu nehmen, die beide etwa Nord ergeben. Klettere den Niedergang hinunter und zeichne die gemittelte Peilung in die Seekarte.
„Mensch, sind wir schnell!“ Der Skipper ist glücklich.

Eine halbe Stunde später ist die rote Tonne in Deckung mit dem Leuchtturm. Das gibt eine exakte Standlinie. Mal schnell in die Seekarte eintragen. Als ich wieder an Deck komme, sieht Ima mir an, dass etwas nicht stimmt:
„Was ist?“
„Gegenstrom!… Oder extrem schlechte Peilungen! Oder beides. Jedenfalls sind wir langsamer als eben noch gedacht.“
„Macht doch nichts. Ist schönes Segeln.“ Da hat sie auch wieder Recht. Und Aarhus ist in Sicht. Die Sonne verschwindet hinter einer grauen Wolke. Kommt wieder hervor. Aarhus hingegen verschwindet endgültig in einer Regenfahne. Ima freut sich:
„Glück gehabt! Guck mal, in Aarhus regnet es und wir haben Sonnenschein!“

SY Néfertiti: Starkwind segeln nach Aarhus

Wechselhaftes Wetter

Eine Stunde später ist es umgekehrt. Der Seegang hat deutlich zugenommen. Unter den Wolken wird es böig. Gerade zieht eine besonders schwarze Wolke auf uns zu. Vorsorglich reffe ich das Groß und rolle die Genua etwas ein. Minuten später schießt eine heftige Bö aus der Wolke. Hand in Hand mit der Bö kommt ein Regenschauer, der sich gewaschen hat. Die Sicht wird schlecht. Das Land verschwindet. Nichts mehr zu sehen, außer Néfertiti. Die Tropfen trommeln auf das Deck, prasseln so auf das Meer, dass in Minuten der Seegang geglättet ist. Wir laufen auf unserem Kompasskurs weiter und 15 Minuten später reißt die Sicht wieder auf.

Von See kommend sieht Aarhus hässlich aus. Industrie und Hafenanlagen. (Dabei erweist sich die Innenstadt am nächsten Tag als wunderschön!) Ich hatte angenommen, dass heute überall Schwell steht und deshalb einen Hafentag geplant. Aber je näher wir Marselisborg kommen, desto harmloser werden die Wellen. Ich wähle meine Worte mit Bedacht:
„Vielleicht können wir vor dem SCHLÖSSCHEN da ankern und morgen in den Hafen gehen.“

Regenbogen bei Aarhus

Geschützter Ort

„Schloss? Ist das die königliche Sommerresidenz?“ Ima hat im Handbuch gelesen, woher der Yachthafen seinen Namen hat.
„Keine Ahnung.“
„Vielleicht darf man da gar nicht ankern.“
„Dann dürften da auch keine Spaziergänger sein.“ Sind aber. Und in der Seekarte ist auch nichts vermerkt. Ima ist einverstanden:
„Ist schön hier.“ Schwell steht auch keiner. Perfekt.

Wenig später ankern wir vor der Doch-Nicht-Sommerresidenz- der-Königsfamilie, wie Ima auf unserem Abendspaziergang feststellt. Sieht aber märchenhafter aus, als die wirkliche Sommerresidenz, die etwas weiter landeinwärts liegt.

♦♦♦

 

Regenbogen bei Aarhus

Am Ankerplatz

Dieser Blog Eintrag spielt am 31.7

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