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Leben als Digitale Nomaden

Boot Düsseldorf 2017: Vor der Eröffnung

Jan• 23•17

Das Leben ist schön. So fühlt es sich an. Bin wieder von der boot Düsseldorf eingeladen worden und schlurfe gerade mit einem Pulk Journalisten durch die Hallen. Überall wird noch gebaut, gewerkelt, gewienert. Morgen soll Eröffnung sein?! Viele Exponate sind noch unter Planen, geschützt vor Staub und Berührung. Repräsentiert wird heute noch nicht.

Die boot 2017, Princess, Impressionen

Einsame Prinzessin

Bei Love your Ocean fehlt noch das Micro. Ich gehe um den Pulk der Journalisten herum und versuche näher an den Sprecher heran zu kommen, aber er ist nicht zu verstehen. Filtert augenscheinlich mit zwei Kindern eine Wasserprobe. Ein Kind wird von den Fotografen mit den Reagenzgläsern in Szene gesetzt. Klickklickklick. Der Junge ist zu kein.
„Setz ihn auf den Hocker!“ Klickklickklick. Die ganze Horde fotografiert die gleiche rührliche Szene. Plötzlich fühle ich eine Hand auf meiner Schulter. Ich drehe mich um. Eine Frau steht hinter mir und nimmt Fotos mit dem Handy auf. Habe das Gefühl, dass sie meine Schulter zur Bildstabilisation benutzt hat. (Bin mir bis heute nicht sicher. Vielleicht war es auch nur ein Versehen.)

Tauchturm der boot Düsseldorf 2017

Fotografen bei der Arbeit…

Sie sagt:
„Bin auch von dem Verein. Wir brauchen ja selbst auch ein paar Fotos.“ Ich nutze die Chance und wir kommen ins Gespräch. Sie erklärt mir das, was der Mann wahrscheinlich auch gerade sagt, aber keiner verstehen kann. Der gemeinnützige Verein zieht mit Hilfe einer Reederei an definierten Stellen Wasserproben zwischen Helgoland und Kanaren und untersucht diese auf Spuren von Microplastik.
„Und zu welchen Ergebnissen kommt ihr?“
„75% der Proben sind kontaminiert.“ Auch ich trage gerade eine Fleecejacke… Durch Waschen derselben gelange Microplastik in den Wasserkreislauf. Hm.

Warten auf die Princess, die größte Yacht der boot 2017

Warten auf die Weißblütige

Im letzten Jahr hatte es sich schon angekündigt: Die boot Düsseldorf setzt neben dem traditionellen Ausstellergeschäft vermehrt auf Events. Den Tauchturm und Ausprobierbecken gibt es ja schon länger, aber nun ist die Welle dazu gekommen. Ein Becken in Halle 2 mit einer stehenden 9 Meter breiten Welle, die man theoretisch stundenlang reiten könnte.

Wir werden in die Halle 6 geführt und dürfen die Princess besichtigen, die größte Luxusyacht der diesjährigen boot. Einer der Aussteller unterhält sich länger mit mir, obwohl er schon in der ersten Frage herausgefunden hat, dass ich Habenichts nur einen Blog schreibe, der kaum von seiner Klientel gelesen werden wird. So interessieren mich auch weniger technische Spezifika, als Fragen wie: Fährt irgendjemand diese Yachten ohne Crew? Hilft ein WhirlPool gegen Seekrankheit? Er hat Sinn für Humor und so stehe ich in Strümpfen vor ihm und er erzählt von der alteingesessenen Werft. Am Ende verabschiedet er sich mit Händedruck von mir und ich darf meine Schuhe wieder anziehen…

Auf der Princess, der größten Yacht der diesjährigen boot Düsseldorf

Hilft ein Whirlpool gegen Seekrankheit?

Bei Torqueedo, dem Elektroantrieb, quirlen Schrauben das Wasser im Aquarium. Schicker Anzug, gebügeltes Hemd. Der Aussteller ist sich sicher: Keiner kauft einen E-Antrieb aus Umweltschutzgründen. Es gebe nur einen Grund, warum man sich so einen Elektro-Außenborder zulegt: Aus Spaß! Aha. Komisch, das man immer merkt, wenn einer eine Show abreißt. Strahlendes Verkäuferlächeln.
„Wir wissen ja alle, dass es in zehn Jahren nur noch Autos mit Elektroantrieb geben wird. Das ist in der Bootsbranche nicht anders.“ Das Verrückte ist, dass ich den Kerl trotz seiner markigen Sprüche sympathisch finde und er strahlt ja auch im Dienste einer guten Sache.
Derweil hat ein Fotograf ein nett anzusehendes Model hinter dem Aquarium postiert. Der Verkäufer strahlt auf der anderen Seite des Standes weiter, um dort eine weitere Spaßmaschine zu präsentieren, aber nur eine Handvoll Journalisten folgt ihm.
„Kannst du die Hand …“ Das Model lächelt durch das Aquarium in die Kamera. Klickklickklick.
„Und jetzt nochmal… ja genau!“ Klickklickklick. Schließlich ist er fertig.
„Danke euch.“ bedankt er sich bei den Models.

boot 17, vor der Eröffnung

Halle 6 …

Erst jetzt merke ich, dass hinter der jungen Frau noch ein junger Mann in die Kamera gelächelt hat. Damit sind die Models noch nicht entlassen, denn jetzt setzt ein zweiter Fotograf an das gleiche Bild zu schießen, klickklickklickklick dann ein dritter, klickklickklick .
„Und bitte mal…“ klickklickklick, ein vierter, ein fünfter… Alle dürfen mal. Schließlich wurde die quirlende Schraube unzählige Mal aus der identischen Perspektive abgelichtet. Das Lächeln des Models wirkt noch genauso frisch wie beim ersten Fotografen. Nur eine Fotografin tanzt aus der Reihe. Sie fotografiert auch abseits der anderen, sucht ihre eigenen Motive. Auch als sich der ganze Tross wieder in Bewegung gesetzt hat. Hier die leuchtenden Kugeln der Dekoration anstatt des beworbenen Bootes. (Wen es interessiert: Susannes Fotostrecke für den WDR) Kurz darauf geht sie abseits des Weges in die Hocke, um ein paar noch nicht dekorativ präsentierte Bordtoiletten aus tiefer Perspektive zu fotografieren. Als sie wieder hoch kommt, lächelt sie mich verschmitzt an. Ich mache eine Bemerkung zu ihrer Motivwahl und wir kommen ins Gespräch.
„Nur die Highlights zu fotografieren ist doch langweilig!“
Kurz darauf sind wir beim Du. Aus klugen Augen blitzt der Schalk und ich habe das Gefühl für den Rest des Journalistenrundganges eine verwandte Seele gefunden zu haben. Ich genieße ihre schlagfertige Art und nachdem ich von dem Buch erzählt habe, sagt sie:
„Vielleicht mache ich mal ein Interview mit Dir.“ Gerne. Ich würde mich freuen. Als wir statt zu der größten Segelyacht der boot 2017 zum Bavaria Stand geführt werden (Die anderen sind noch nicht repräsentationsbereit), verabschiedet sie sich:
„Muss los.“ Der schönste Beruf fordert… Ich sehe ihr nach, als sie die Treppe hinunter steigt. Pass gut auf Dich auf!

Werbeslogan für Luxusyachten

… Halle 6 ? …

Hinterher werden wir von der boot Düsseldorf zum Mittagessen im Pressezentrum eingeladen. Bettina von DerTaucherblog, Markus und Christian von Get on board und Julian vom booteblog kenne ich ja schon lange. Aber es gibt auch ein neues Blogger Gesicht. Markus von Unter Segeln kam mir doch beim Journalistenrundgang schon irgendwie bekannt vor. Auch ihn habe ich beobachtet, wie er das eine oder andere Foto jenseits der Norm fotografierte. Als er sich vorstellt, fällt endlich der Groschen: Nambawan, sein Boot. Er segelt mit wechselnden Chartergästen im Mittelmeer und sein Blog ist eine Fundgrube für gute Reviertipps.

Logo für Luxusyachten

… Halle 6 !

Nachmittags bin ich mit einem Freund verabredet: Thomas. Wir spazieren am Rhein entlang und reden und reden. (Nicht alle Inhalte bieten sich für den Blog an. ;) ) Vergessen die Zeit und finden uns im Stockdustern auf einem Feld wieder. Die Abkürzung querfeldein führt uns tatsächlich zum Autoparkplatz zurück. Zwei Navigatoren unterwegs ;) Gehen noch eine Pizza essen und reden und reden… Ich komme erst gegen 23.30 ins Hotel. Die anderen Blogger sind jetzt bestimmt nicht mehr im Brauhaus, wo wir uns locker verabredet hatten. Naja. Man kann nicht alles haben. (Auch wenn die Trumps dieser Welt das glauben.) Ich werde die anderen sicherlich morgen beim Frühstück sehen… Müde sinke ich ins Bett. Das Leben ist schön.

 

♦♦♦

Hier noch ein paar Impressionen:

Journalisten auf der boot Düsseldorf

Journalistenmeute

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung der boot 2017

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung der boot 2017

Letzte Arbeiten

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung der boot 2017

Letzte Arbeiten

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung der boot 2017

Letzte Arbeiten

Letzte Arbeiten vor der Eröffnung der boot 2017

Letzte Arbeiten

Vor der eröffnung der boot 2017

Morgen ist Eröffnung

 

Dieser Blog Eintrag spielt am letzten Freitag, den 20.1.17

 

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3 Comments

  1. Rupp sagt:

    Sehr interessant! Danke!

  2. Cooler Artikel und gut geschrieben Klaus :), vor allem bei dem Part mit den Models und Fotografen hast Du mir aus dem Herzen gesprochen :). Aber es war wirklich mal sehr interessant mal vor Eröffnung der Boot mal unter den Rock zu kucken ;)

    • Klaus Klaus sagt:

      Danke für das Lob. :) Stimmt, war spannend mal den Meinungsmachern und Informationskünstlern bei der Arbeit zuzusehen…
      Liebe Grüße
      Klaus

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