Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Schärennavigation

Feb• 24•17

Nach einer erfreulich ereignislosen Nacht wachen wir auf, als die ersten Motorboote ihren Morgengruß entbieten und Néfertiti neckisch schaukeln. Wir wollen hinüber nach Langedrag. Selbst der kleine Sprung bedeutet gewissenhafte Navigation, denn zwischen Hauptfahrwasser und der Hafeneinfahrt liegen ein Haufen Felsen im Weg. Fast automatisch geht meine Hand zum Schapp, in dem mein Handy liegt.
„Ist das dein Ernst, Klaus?!“ Eine innere Stimme wehrt sich gegen den ständigen Einsatz des elektronischen Helferleins. Eine Stimme, die von Tag zu Tag leiser wird.

Ankerplatz morgens

Morgens


„Aber Schärennavigation ist schwierig!“
„Du bist doch nicht auf den Kopf gefallen, Klaus. Das kannst du auch ohne!“
„Nur zur Sicherheit!“ Engelchen und Teufelchen liegen mal wieder im Clinch. Aber diesmal weiß ich nicht einmal, wer wer ist.

Ohne Frühstück brechen wir auf und motoren bei absoluter Flaute hinüber nach Langedrag. Das Handy liegt im Schapp, wo es auch die nächsten Wochen bleiben wird. Ich habe einen Vertrag mit mir gemacht. Wenn Unsicherheit besteht, werde ich es ohne großes Getue hervorholen, aber bis dahin betreibe ich Schärennavigation händisch!

Noch vom Ankerplatz aus habe ich jeden einzelnen Felsen in Sicht identifiziert. Das hat ein paar Minuten gedauert, aber jetzt glaube ich genau zu wissen, wo wir hin müssen. Die Seekarte liegt in einer Plastikhülle im Cockpit und ich navigiere sozusagen mit dem Finger auf der Karte (Im übertragenen Sinn: Sobald wir eine Ecke erreicht haben, stoppe ich notfalls auf, bis wieder alle Felsen vor uns identifiziert sind. Während sich die Perspektive verschiebt, kontrolliere ich immer wieder, ob die Identifizierungen auch wirklich stimmen können. Mit ein paar Tagen Übung wird mir die händische Schärennavigation so leicht von der Hand gehen, dass ich dafür nicht einmal mehr Fahrt aus dem Boot nehmen muss. Geirrt habe ich mich eines Tages dann aber doch…) Aber heute erreichen wir ohne weitere Probleme den Hafen des königlichen Segelclubs, wo wir wahrlich königlich aufgenommen werden, aber mehr davon im nächsten Beitrag.

♦♦♦

Dieser Blog Eintrag spielt am 15.8.

You can follow any responses to this entry through the RSS 2.0 feed. You can leave a response, or trackback from your own site.

2 Comments

  1. Walter sagt:

    boah,
    5 Marinas, wenn ich mich nicht verzählt habe.

    da wirds schwer sich zu entscheiden… aber der königl. Segelklub ist sicher was feines… ;-)

    • Klaus sagt:

      Ja. Ist wie in Hamburg: Jeder hat ein Boot. Oder kennt einen, der ein Boot hat… ;)

      Im nächsten Artikel wird noch vom königlichen Empfang des königlichen Yachtclubs die Rede sein…
      Kann Langedrag nur empfehlen. Das einzige Problem ist: Eine Straßenbahnkarte zu ergattern, wenn man weder schwedisches Münzgeld noch eine Kreditkarte dabei hat…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.