Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Krängung

Jan• 21•13

Morgens weckt mich Iman.
„Was ist das?!“
Eine gewisse Dringlichkeit in ihrer Stimme lässt mich sofort wach werden.

Watt Flut: Segeln in der Nordsee

Im Watt: Die Flut kommt leise …


Néfertiti liegt schräg. Nicht übermäßig, aber doch schräg.
„Wir sind trockengefallen.“
Ganz unspektakulär. Niemand ist davon aufgewacht. Ich schiebe das Niedergangsluk auf und steige ins Cockpit. Löse den Bootshaken aus seiner Halterung am Achterstag und lote. Überall etwa ein Meter. Backbord ein bißchen mehr. Das Wasser läuft bereits wieder auf. Ich sollte Markierungen an der Stange anbringen. Wäre im Watt hilfreich.

Eine halbe Stunde später schwimmen wir wieder auf ebenem Kiel. Der Wetterbericht hat Recht behalten. Frischer Ostwind und grauer Himmel. Nicht gerade das beste Reisewetter für Imans erstes Mal auf See, auf der richtigen See, denn diesmal müssen wir außen herum. Wir werden einen Hafentag einlegen und bei Hochwasser nach Nes zu verlegen.

Flut im Watt, Segeln in der Nordsee

… aber unerbittlich

Kurz vor Hochwasser gehen wir ankerauf. Folgen dem Tonnenstrich. Die im Handbuch vermerkte Barre liegt in der Hafeneinfahrt. Kurz vor dem Hafenbecken. Mit kleiner Fahrt nähern wir uns. Gaaaanz langsam.
4,00m … 3,80m …3,50m …
Seltsam, wir müßten bereits darüber weg sein
… 3,50m …3,50m. Flacher wird es nicht mehr.

Der Hafen ist voll. Die meisten liegen im Päckchen. Jemand winkt uns an den einzigen freien Platz am Steg, in den Néfertiti haargenau hineinpassen könnte. Er übernimmt die Vorleine, was mir bei dem böigen Seitenwind mehr als Recht ist, und mit Radeffekt plus Muskelschmalz ziehen wir Néfertiti längsseits an den Steg, Vorne und hinten höchstens fünfzig Zentimeter Platz. Zwei Zöllner nehmen uns in Empfang, noch bevor die Springs ausgebracht sind.
„Wo kommen sie her?“
Kann es sein, dass unser letzter Hafen tatsächlich Den Oever war?
„Wir haben im Watt geankert.“
„Pässe?“
Diesmal ist die Kontrolle schnell erledigt und es gibt auch keine schrägen Bemerkungen wegen Imans ägyptischen Pass.

Später frage ich den Hafenmeister nach der Barre. Überall mindestens 1,20m bei Niedrigwasser. Der Hafen wurde ausgebaggert. Wir hätten viel früher einlaufen können.

♦♦♦

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2 Comments

  1. Max sagt:

    Welch ein herrlicher Blog. es macht mir sehr viel Freude diese Winterpause mit dem Lesen deiner Erlebnisse zu verbringen.Ich (wir) sind an der Schlei und der Ostsee zu Hause.wohnen in der Nähe von schleswig.Also wenn es euch einmal in unsere region verschlägt…Herzlich willkommen.
    Was hast du für eine Blogvorlage benutzt ?? Sehr schön.

    Grüße aus dem Norden

    Max

  2. Klaus sagt:

    Lieber Max,
    danke für Deinen Kommentar und die Einladung. Tatsächlich zieht es mich Richtung Ostsee… Wenn wir in die Schlei kommen sollten, komme ich gerne auf Deine (Eure) Einladung zurück.

    Das theme heißt „Fresh Ink Magazine“. Allerdings habe ich es modifiziert. Dabei mußte ich feststellen, dass das theme recht „eigenwillig“ programmiert wurde, so dass die WordPresshandbücher mir nur bedingt weiterhalfen, weil manche Einträge in ganz anderen Dateien enthalten waren. Das Modifizieren artete in eine mühsame Trail and Error Arbeit aus. Zumal ich vorher keinerlei HTML-Kenntnisse hatte.
    Aber am Ende hat es sich gelohnt …

    Liebe Grüße (aus dem „Süden“)
    Klaus

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