Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Wangerooge

Nov• 04•13

Wir haben es mit unseren Nachbarn von der Borea gut getroffen. Als sie von ihrem Spaziergang zurückkehren, komme ich mit den beiden ins Gespräch. Mathias witzelt: „Wir bilden hier die Stahlfraktion.“ Wir sind vom ersten Moment an auf einer Wellenlänge. Sie erzählen von ihrer Fahrt. Zehn Tage Urlaub neigen sich langsam dem Ende zu und aus jedem ihrer Worte spürt man die Liebe zur See heraus.

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Fußweg zum Dorf

Iman ist etwas unglücklich, weil es auf unserem Steg keinen Strom gibt. Sie muss noch arbeiten und braucht dafür Internet. Sprich Laptop und Tab. Aber dafür werden wir auch eine Lösung finden. Morgen wollen wir Wangerooge erkunden. Der weite Blick über das Naturschutzgebiet verspricht einiges…

Am nächsten Morgen kommt Iman ganz aufgeregt von ihrem Training zurück.
„Wir können verlegen. An dem anderen Steg gibt es Strom und wir können ganz außen liegen mit Blick auf das Watt!“ Ich bin garnicht so begeistert. Möchte die kameradschaftliche Nachbarschaft zu Mathias und Nina nicht missen, und zögere.
„Ach, bitte. Lass uns verlegen.“ Ich will mir den Platz erst einmal anschauen. Je nach Wind könnte man da nahe Hochwasser schon etwas Schwell haben.
„Ach Klaus. Der neue Platz ist doch viel romantischer.“
Was tut man nicht alles für die gute Stimmung der Crew?

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Am Strand zurück

Nachdem wir verlegt haben, fahren wir mit der Bahn ins Dorf. Finden heraus, dass es im Lesesaal der Kurverwaltung von Wangerooge kostenloses Wlan gibt. Trotz Saison haben einige Geschäfte mittags geschlossen. Wir kaufen frisches Obst und Gemüse. Sind nur etwas bestürzt über die Preise. Auf jeden Artikel einen Euro Inselzuschlag?!
„Dafür sind wir hier auf der Insel. Das ist es doch wert.“ Da hat Iman natürlich auch wieder Recht.
„Und heute abend werden wir schön kochen.“
Zurück wandern wir am Strand entlang. Außen um die Westhuk.

Abends sitzen wir im letzten Licht im Cockpit. Satt und glücklich. Graue Wolken ziehen tief über uns hinweg, aber es regnet nicht. Ich habe schon die Navigation für morgen geplant. Früh aufstehen, zur Ostspitze Wangerooges wandern und am späten Nachmittag die Leinen loswerfen, um zur Muschelbalje zu segeln. Auf der Karte sieht es so aus, als wäre es ein gut geschützter Ankerplatz. Durch die Hafeneinfahrt nähert sich noch ein später Segler. Ein stebig wirkender Kielschwerter. Einhandsegler. Als er uns dichtbei passiert, sehe ich eine Leine, die unbemerkt vom Heck ins Wasser hängt. Nicht, dass sie ihm bei Rückwärtsfahrt in die Schraube kommt…
„Eey!“ Er guckt herüber, „An deinem Ruder hängt eine Leine ins Wasser!“ Er zieht die Leine an Bord und hebt den Daumen als Zeichen seines Dankes.

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Der Himmel zieht sich zu

Später schlendern Iman und ich Hand in Hand über den Steg. Voll bepackt taucht plötzlich der Alleinsegler auf. Ein Einheimischer: Der Goldschmied Wangerooges wollte wenigstens nach Feierabend noch ein bisschen segeln. Wir fragen ihn nach dem Ankerplatz an der Muschelbalje. Er gerät ins schwärmen: „Wenn die Sände rauskommen bildet sich ein fast kreisrunder Binnensee. Ihr müsst bei der zweiten Tonne ankern von den Pricken aus. Wunderschön.“

Na morgen werden wir es selbst sehen.

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