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Leben als Digitale Nomaden

Das Ende der Motorengeschichte

Jun• 15•14

Ich bin für ein langes Wochenende nach Berlin gefahren und sitze, in einem der türkischen Straßencafés im Wrangelkiez und denke an meine Schwester Ute. Sie dreht zwei Wochen im Sudan. Eines der Krisengebiete dieser Welt in dem nichts sicher ist. Auch keine ausländischen Journalisten. Ein Film über die Flüchtlinge des Bürgerkrieges. Ein wichtiger Film. Wichtig genug, um sein Leben dafür zu riskieren? Woher nimmt sie nur die Kraft immer noch an die Wirksamkeit von Filmen zu glauben? Ich bewundere ihren Mut. Vielleicht ist es ein guter Moment, das Ende der Motorengeschichte zu erzählen.. (Nein, nicht nur um auf andere Gedanken zu kommen ;) )

Am Vatertag war ich zu Néfertiti hinaus gefahren. Hatte den Verdacht, dass sich manche Probleme nicht von allein lösen, insbesondere nicht Probleme mit überhitzenden Motoren.

Bewaffnet mit einem Wörterbuch und dem englischsprachigen Handbuch begab ich mich auf die Fehlersuche. Schade, dass Martin, unserer helfenden Engel aus Strijensas nicht in der Nähe war. Der hätte bestimmt sofort gewusst, wo er hätte suchen müssen.

Meine Haupthypothese war eine defekter Thermostat, denn aus dem Auspuff kam ja Kühlwasser. Diese Fehlerquelle ließ sich allerdings relativ schnell ausschließen. Mangels Thermostat. Den Sumpftopf schraubte ich auf, alles gut. Der Impeller der Wasserpumpe war auch in Ordnung. Also blieb nur noch Verstopfung, wie auch Julian in seinem Kommentar vermutete. Ich checkte die Rohrleitungen, alles fein. Hm! Eine Verstopfung im Motorblock? Vielleicht könnte ich sie freispülen… Bis der Motor überhitzen würde, hatte ich ja fünf Minuten.

Ich warf den Motor an und hörte erst einmal überhaupt kein Wasser plätschern. Ein Blick über die Bordwand: Kein Wasser im Auspuff (Hatte die Leitungen ja entwässert)… Hm … Vollgas … Nichts … Aber dann kam es. Plötzlich sprotzte ein Schwall Kühlwasser aus dem Auspuff. Deutlich mehr als bei unserem Törn zwei Tage vorher. Ein Blick zur Temperaturanzeige. Knapp über 40°C. Nach fünf Minuten stand der Zeiger immer noch auf 40°C … Nach zehn Minuten… 40°C … Nach einer viertel Stunde ging ich auf kleine Fahrt uns ließ den Motor noch eine viertel Stunde weiter laufen…40°C!

Manche Probleme lösen sich doch von alleine. Und manchmal sogar Motorenprobleme.

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11 Comments

  1. Julian Buss sagt:

    Sauber, freut mich, dass es sich ohne große Operationen gelöst hat! Dann weiter eine schöne Saison :-)

    • Klaus Klaus sagt:

      Hi Julian,
      ich merke gerade, dass ich mich noch gar nicht für Deine gute und zutreffende Diagnose bedankt habe. Also hier noch einmal in aller Form: Danke Dir! :)
      Jetzt habe ich eine Ahnung, wen ich fragen könnte, wenn der Motor mal richtig mucken sollte … ;)
      Dir auch eine schöne Saison!

      Liebe Grüße
      Klaus

  2. Bertram sagt:

    „Da hilft nur eins. Hoffen dass die Diesel anspringen, dann dreimalwahnsinnige und durch. Raus aus`m Trichter. Und dann ab nach Hause. Wenns klappt, gibts ne halbe Flasche Bier für jeden.“…na woher stammt das Zitat? Liebe Grüße und einen schönen Sommer!

  3. Klaus Klaus sagt:

    Ich sage nur: „Tiefer, LI, tiefer!“ ;)

  4. Klaus Klaus sagt:

    Habe übrigens vor fünf Minuten Fähnrich Ullmann gesehen. Er sitzt gerade unten in einem der portugiesischen Straßencafés. Ist inzwischen auch ein wenig älter geworden…

  5. Sabine sagt:

    Hallo, guten Abend:-)
    Ich habe gerade den kompletten Blog gelesen und Bin BEGEISTERT!!!!
    Danke für die tollen Berichte, die Bilder und die Emotionen ;-)
    Das erste Mal habe ich ganz am Anfang gelacht: Strijensas – da haben wir das erste Mal alleine dieses Jahr den Mast unserer Neptun 22, der BINOM, gestellt – auf unserer ERSTEN Fahrt in unserem ersten Segel -Bootsjahr :-)
    Besonders freut mich, das Iman Wangerooge so gut gefällt – wir haben auf dem alten Leuchtturm geheiratet:-)
    Einfach: DANKE!!! Und: BITTE WEITER MACHEN!!!!

    • Klaus Klaus sagt:

      Liebe Sabine,
      danke für den schönen Kommentar. Ist die Hafencrew in Strijensas noch immer so herzlich und hilfsbereit?
      Ima fragte mich, als ich ihr Deinen Kommentar vorgelesen habe, ob wir nicht auch in Wangerooge heiraten sollten … (Bis eben wusste ich nix von Heiratsplänen)
      Und ja. Natürlich mache ich weiter. Muss nur noch ein kleines (mittelkleines… ähm … etwas größeres …) technisches Problem im Blog lösen und dann geht es hier weiter mit den Erlebnissen des letzten Sommers und einem Törn, der fast nicht stattgefunden hätte.

      Liebe Grüße
      Klaus

  6. Sönke sagt:

    Der Beitrag ist ja schon etwas her, aber falls Du die Adresse nicht eh schon längst kennst
    und Dein Motor mal wieder etwas zickt:
    M. Kreyenberg
    Rosenstr. 13 * 25499 Tangstedt
    Tel.: 04101 – 208106 * Fax: 04101 – 200323
    >>>> SABB Diesel, Fest-/Faltpropeller, Motorzubehör <<<<
    Der Herr ist ehemaliger Vertragsmonteur von Sabb und kennt die Dinger aus dem eff eff. Er hat auch diverse Ersatzteile parat…

    • Klaus Klaus sagt:

      Mensch Sönke,
      das ist ja ein superduppaintergalaktionionischer Tipp. Tausend Dank! Das freut mich wahnsinnig. :) :)
      Liebe, liebe Grüße
      Klaus

  7. Sönke sagt:

    Ja gerne doch, viel Erfolg!
    Der Herr Kreyenberg ist nicht mehr der jüngste, aber er betreibt soweit ich weiss sein Geschäft noch im gleinen Rahmen.
    Ich hatte mal vor gut 6 Jahren einen Sabb 1Zyl und wollte mir das Boot zum Motor kaufen ;-) (Aber das ist eine andere Geschichte)
    Jedenfalls hatte er den Motor wieder super hinbekommen

    • Klaus Klaus sagt:

      Auch wenn es im Moment nicht aktuell ist… Einfach gut zu wissen, das es so jemanden gibt :)
      Danke Dir.

      Liebe Grüße
      Klaus

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