Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Wiedersehen mit der schönen Einhandseglerin

Mai• 19•17

Am Morgen weckt mich die Sonne. Sie knallt heiß von einem wolkenlosen Himmel herab. Kein Windpfeifen im Masttop. Ich greife zum Handy. Ima hat mir eine Liebes-SMS geschickt. Ich schicke ihr einen virtuellen Kuss zurück und schäle mich aus den Decken. Steige an Deck. Der Wind hat auf Nordost gedreht. Haucht auflandig auf den Strand. Néfertiti ist geschwoit und liegt jetzt dicht an der Untiefe, die man gut im Sonnenlicht sehen kann. Ich beglückwünsche mich zu dem vorsichtigen Ankermanöver gestern Abend. Die schwedische Yacht geht unter Segeln in Fahrt. Als sie gemächlich in der leichten Brise an Néfertiti vorbeizieht ruft mir einer der beiden Männer an Bord auf Deutsch zu:
„Das Leben ist schön!“

Vor Anker dicht bei der Untiefe

Idyllischer Arbeitsplatz

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Aufbruch mit gemischten Gefühlen

Mai• 14•17

Ich schlendere alleine zurück zu Néfertiti. Der Hafen ist mittlerweile proppevoll und fest in norwegischer Hand. Jetzt verstehe ich, warum die Bedienung im Bistro gestern zwar Englisch und Norwegisch, aber kein Schwedisch sprach. Am Wochenende fallen die Norweger in Strömstad ein, um billig (!) einzukaufen. Die ersten Boote liegen im Päckchen. Zeit aufzubrechen.

Segeln in Schweden: Schären

Gut, ich habe im schlimmsten Moment nicht an Fotos gedacht, aber der Seegang sieht auf dem Foto so harmlos aus, dass es mir fast peinlich ist… Aber die Manöver des Motorbootes sprechen Bände…

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Sexy Gummistiefel

Mai• 11•17

Ima sieht ihre Sachen durch. Zunehmend verzweifelter:
„Ich habe nichts zum Anziehen!“
„Wieso? Sexy Gummistiefel und Ölzeug! Damit bist du der Hingucker auf jeder Party!“ Ima streckt mir die Zunge heraus.

Ima

Ein tapferes trauriges Lächeln

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Die schöne Einhandseglerin

Mai• 08•17

Auch am nächsten Morgen pfeift der Wind im Rigg. Ich höre ihn schon in der Koje. Aber Néfertiti liegt bewegungslos wie im Hafen. Nur alle paar Stunden, wenn die Fähre den Fähranleger ansteuert, läuft ein leichter Schwell durch die weit geschwungene Bucht. Trotzdem werden wir den gut geschützten Ankerplatz verlassen. Wir haben Anfang September. Es wird Zeit…

Starkwind im Skagerak

Windige Weiterfahrt

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Für sich selbst eintreten

Mai• 05•17

Meine Zehen krallen sich in den warmen Sand. Es fühlt sich gut an. Die Sonne knallt heiß von einem blauen Himmel. Der Wald hinter uns gibt ganz passablen Windschutz. Fühlt sich an wie Sommer! Man hört das Rauschen der Brandung von der anderen Seite der Insel her. Aber hier atmet alles Ruhe. Am Morgen haben wir Néfertiti in das Gebiet verholt, das bis gestern Naturschutzgebiet war. Jetzt liegt sie friedlich wie im Hafen. In die Stille hinein sagt Ima:
„Ich kann noch eine Woche länger bleiben.“ Die Worte klingen in meinen Ohren nach wie Donnerhall: Eine Woche länger.

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Kosterhamn

Mai• 02•17

Abends. Das Licht ist schon aus, da sagt Ima von ihrer Koje aus:
„Du, Klaus. Können wir nicht ein paar Tage auf Koster bleiben. Es ist so schön hier. Mal richtig Urlaub machen…“ Richtig Urlaub?!
„… Sind doch meine letzten Tage…“ Das stimmt auch wieder.
„…Muss ja nicht hier im Hafen sein.“ …

Knäckebrot in Schweden

Was verbinden wir mit Schweden? Außer den Schären natürlich ;)

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Koster

Apr• 28•17

Auch am nächsten Morgen herrscht West bis Nordwest. Weniger stark als angekündigt. Der Himmel macht in Grau. Egal. Wir nehmen es, wie es kommt. Ölzeug an. Los!

Sannäsfjord

Sannäsfjord

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Ankerfreuden

Apr• 22•17

Der Wind hat ordentlich zugelegt. Die eine oder andere Fallbö schießt durch die Bucht auf Néfertiti herab. Bringt das Rigg zum Heulen. Ich lege meinen Schmöker zur Seite und riskiere einen Blick. Nicht aus Nordost, der erwarteten Richtung, gegen die wir geschützt wären, sondern aus Nordwest. Das bringt uns auf Legerwall.
„Hm!“
„Was ist?“
„Der Anker hält nicht.“ Der Felsen hinter uns ist bedenklich nahe gekommen.

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Palstek

Apr• 21•17

Ich habe im Buch „111 Gründe, Segeln zu gehen“ eine Anekdote mit Rudi erzählt, dem Skipper, mit dem ich meinen ersten längeren Hochseetörn absolvierte.

Ganz zu Anfang unseres Törns über die Biskaya wollte er mich, den Neuling, testen und bat mich einen Palstek zu knüpfen. Da ich damals kletterte, kannte ich den Palstek als Bulinknoten. Dieser Bergsteigerknoten sieht am Ende genauso aus, wird aber anders geknüpft als unser gesteckter Palstek. Die Skepsis war Rudi ins Gesicht geschrieben, als ich anfing… Seine Überraschung war am Ende um so größer… Er streckte mir seine Hand hin, um seinen Respekt zu bezeugen und nachdem ich eingeschlagen hatte, nahm er mich in der Folgezeit besonders unter seine Fittiche. Fortan nahm er sich alle Zeit der Welt die Fragen des wissbegierigen Segelneulings zu beantworten. Er erklärte mir mit Begeisterung alles, was auch immer ich wissen wollte: Wolkenbilder, Dünung, Wettervorhersage selbst gemacht, Navigation…

Eine der ersten Fragen von Frau Fischer vom Hamburger Abendblatt war dann die nach der Knüpfart dieses Knotens. Sie habe es nicht ganz verstanden…

Für alle die sich auch gefragt haben, wie dieser andere Palstek nun geknüpft würde: Hier die Fotos die ich ihr nach dem Interview zugeschickt habe.

Segeln: Alternativer Palstek

Ein Auge legen und einen Teil der langen Part als Schlaufe hindurchziehen…

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Interview mit dem Hamburger Abendblatt

Apr• 17•17

Am Morgen bin ich früh auf den Beinen, schiebe das Luk auf und kann mich kaum satt sehen an dem Grün. Der Himmel ist grau. Es fängt an zu nieseln. Ich schiebe das Luk wieder zu. Ima sieht mich aus ihrem Schlafsack aus an:
„Und?“
„Grau und fies… Aber wunderschön!“
„Wir segeln aber trotzdem weiter, oder?“
Morgen habe ich das Interview mit dem Hamburger Abendblatt. Hier hätte ich guten Empfang. Andererseits ist der im Führer so lieblich aussehende Ankerplatz von Sannäsfjorden auch nicht so weit von Havstensund entfernt… (Luftlinie)
„Wenn du willst…“
„Ja. Immer etwas Neues entdecken!“ Erst einmal setze ich Wasser auf. Für einen Frühstückstee. Danach wende ich mich dem Kartentisch zu und bereite die Navigation vor. (Unproblematisch)

Ankerplatz in den schwedischen Schären

Néfertiti vor Anker

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