Fahrtenseglers-Glück.de

Segeln als Digitale Nomaden

Der Zeitdieb von Wangerooge

Jan• 20•20

Die nächsten Tage weht es kräftig. Graue Wolken ziehen über die Nordseeinsel hinweg und mit ihnen ein Regenschauer nach dem anderen. Uns beeindruckt das wenig. Wir machen lange Strandspaziergänge. Die Reparatur der Membrane im Motorblock dauert nur ein paar Minuten. René und ich hatten mit dem Kleber gespart, um die Elastizität der Membran möglichst zu erhalten. Jetzt kleistere ich sie mit dem Zweikomponenten-Kleber zu.

Hafenmole Wangerooges fast überspült

Die Hafenmole Wangerooges im Sturm

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Starkwind im Seegatt

Jan• 12•20

Als ich aufwache herrscht … Stille. Kein Fauchen im Rigg, kein Pfeifen. Der Wind hat sich beruhigt. Eigentlich hätte ich Lust noch etwas auf Helgoland zu bleiben. Habe ein Café entdeckt, in dem ich mich wohl fühle. Gerne würde ich mich dort hinsetzen und an dem Buch für Delius und Klasing arbeiten. Aber das bedeutete, dass wir hier auch die nächsten Tage bleiben müssten, denn das Wetter soll erst am Montag wieder besser werden. Und ich weiß, wie sehr es Ima ins Watt zieht.

Mieses Wetter bei der Annäherung an Wangerooge

Wangerooge im Nieselregen

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Helgoland oder: Ein ereignislos ereignisreicher Tag

Jan• 08•20

Morgens werde ich in aller Herrgottsfrühe wach. Die Dämmerung scheint gerade vorbei zu sein. Ich höre leise Stimmen. Durch die Bullaugen auf Imas Seite sehe ich den langen Mast einer Yacht, die sich scheinbar bei uns ins Päckchen legen will. Schnell schäle ich mich aus dem Schlafsack und steige an Deck. Eine Pogo, die Foxy Lady, ist schon fast längsseits. Ich nehme ihre Leinen entgegen. Ihre Erlebnisse sind noch ganz frisch und drängen nach Ausdruck. Vater und Sohn wollten eigentlich nach England und sind die halbe Nacht gegenan gebolzt. Ich denke, das war auf diesem Renner noch ungemütlicher als es auf Néfertiti gewesen wäre. Vor Borkum haben sie sich entschieden nach Helgoland abzulaufen.

Nordstrand Helgolands

Blick auf die Nordsee

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Nordergründe

Jan• 01•20

Nordsee. 5 – 6 Windstärken aus West. Néfertiti fällt in ein Wellental. Gischt spritzt auf und wird weggeweht. Wir segeln hoch am Wind. Mit Motorunterstützung, denn wir müssen pünktlich zu Hochwasser am Seegatt sein. Wir kämpfen uns Richtung Wangerooge. Wo kommt dieser Seegang plötzlich her? Néfertiti boxt sich durch die nächste Welle, torkelt in der chaotischen See. Die Gischt spritzt bis zu mir ins Cockpit. Ich ducke mich weg. Mein Blick wandert zum Echolot. Nur noch sieben Meter. Das kann nur eines heißen: Der Strom hat uns auf die Nordergründe versetzt.

Néfertiti segelt nach Helgoland

Wir kommen nicht durch das Seegatt …

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Schreiben, Segeln, Reisen und die Zukunft des Blogs

Dez• 20•19

Ima und ich hatten große Pläne für den letzten Sommer. Wir wollten auf das Boot ziehen und Richtung Süden segeln. Ohne festes Ziel, ohne Termine. Wir haben es nicht geschafft. Noch nicht!

Auch wenn wir unseren Lebensunterhalt mittlerweile überall auf dieser Welt verdienen können, musste der Süden dieses Jahr noch auf uns warten. 

Dafür waren wir lange Wochen im Watt unterwegs. Haben uns von Wind und Wellen treiben lassen. Von einem Ankerplatz zum anderen. Es war eine Reise in unser Inneres. In das Innere unserer Beziehung.

Das Wetter hat auf diesem Törn immer wieder einen Strich durch unsere Pläne gemacht. Wir hatten oft (zu)viel Wind und ich habe den schlimmsten seemännischen Fehler meines bisherigen Seglerlebens begangen. Ein Fehler der uns Boot und Leben hätte kosten können. Naja. Néfertiti ist ein starkes Boot… Wir hatten unverschämtes Glück und sind unversehrt durchgekommen. Neptun hat uns nicht einmal ein blaues Auge verpasst.

Wir segeln mit Néfertiti auf die Sonne zu, aber leider muss der Süden noch etwas auf uns warten.

Wir segeln zu neuen Ufern. Das soll auch für den Blog gelten.

Spätestens ab Januar werde ich hier im Blog regelmäßig von unserer Reise erzählen. Noch ein Wort zum Buch über unser Digitales Nomadentum unter Segeln. Die Verhandlungen mit Delius Klasing ziehen sich hin. Die Lektoren loben meinen Stil. Aber unsere Vorstellungen von einer Win-Win Situation für Autor und Verlag liegen weit auseinander. Momentan beschäftige ich mich intensiv mit Selfpublishing. 
Erst einmal wünsche ich Euch ein wunderschönes Weihnachtsfest und ein friedliches Neues Jahr mit vielen Meilen unter Segeln.
Alles Liebe
Klaus

Trockenfallen

Jun• 27•19

Langsam gleitet Néfertiti in das Hafenbecken Finkenwerders. Vorbei am alten UBoot Bunker. Es ist 6.40 Uhr. Perfekt. Noch fünf Minuten bis Hochwasser. Ayman, Imas Bruder, steht am Niedergang. Aus dem Weg. Ohne dass ich irgendetwas hätte sagen müssen. Wir wollen hier trockenfallen, um das Unterwasserschiff zu reinigen.

Néfertiti Muschelzucht Trockenfallen

Ein Biotop …

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Was liegt an?

Jun• 16•19

Ima und ich haben nach dem letzten Sommer weiter als Digitale Nomaden gearbeitet.  Eigentlich wollten wir im Winter das Kapital verdienen, um Néfertiti für Langfahrt auszurüsten. Wir wollten dieser Tage die Leinen lösen für die Große Fahrt mit unbestimmten Ziel. Open end. Das haben wir wegen des Sterbens meines Vaters nicht geschafft. Es gibt auch kein Erbe, das uns bei der Erfüllung dieses Traumes helfen könnte. So sind wir auf uns selbst geworfen. Wir werden das auch so schaffen! Allerdings nicht diesen Sommer, sondern erst nächsten.

Néfertiti im Travehafen

Noch nicht reisefertig…

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Endlich zurück!

Jun• 15•19

Jörg hat in einem Kommentar sinngemäß gefragt, ob Fahrtenseglers Glück am Ende sei? Damit sprach er sicher aus, was mancher von Euch auch gedacht hat. Ich fühle mich gerade wie ein verdammt schlechter Blogger und ich glaube, ich schulde Euch allen eine Erklärung:

Boot hinter Néfertiti am Steg

Pflanzen wuchern bei uns am Steg

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Zurück an Land

Okt• 13•18

Liebe Freunde, Ima und ich sind Ende September von unserem langen Törn zurückgekehrt. Noch immer ist unser Leben vom Heben und Senken der See durchdrungen. In den letzten warmen Tagen (und Nächten) haben wir sogar wieder auf dem Boot geschlafen.

Néfertitit: Segeln auf hoher See bei leichten Winden

Der Moment ist längst vergangen, aber noch immer schwingt die See in unserem Denken und Fühlen mit…

Das Leben fühlt sich wundervoll an. Wenn man solange auf dem Boot lebt, bildet sich natürlich auch da eine Art Routine heraus. Im Moment verbindet sich der See-Alltag mit dem Land-Alltag auf eine wunderschöne Art und Weise. Irgendwie fühlt sich alles aufregend und „neu“ an, selbst der Gang durch Straßen, durch die man schon Tausende Male gegangen ist.

Last not Least habe ich in den letzten Wochen unseres Törns einen Autoren-Job gefunden, der mir großen Spass macht. Außerdem habe ich angefangen für den Blog vorzuarbeiten. Anfang bis Mitte November werde ich anfangen hier wieder regelmäßig von unserem letzten Segelsommer zu erzählen.

Passt gut auf euch auf!
Liebe Grüße
Klaus

Segeln als Digitale Nomaden: Geht das?

Aug• 11•18

Unsere Erfahrungen nach zwei Monaten Digitalen Nomadentums

In unseren Träumen griffen wir nach den Sternen. Unsere Erwartungen waren hoch. Segeln und unterwegs den Lebensunterhalt mittels Internet verdienen? Welcher Segler träumt nicht davon? Aber funktioniert das? Jetzt sind wir zwei Monate unterwegs. Zeit für einen Zwischenbericht.

Segeln in den den Schwedischen Schären als Digitaler Nomade

Auf dem morgendlichen Weg zum Arbeitsplatz

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